Liebt nicht in Worten sondern in Taten – so zitierten die Referenten des heutigen Abends die Botschaft von Papst Franziskus, mit der er den Welttag der Armen einführte. Carlo Santoro und Cesare Giacomo Zucconi, zwei Mitglieder der Gemeinschaft Sant’Egidio, stellten uns die Aktivitäten ihrer Gemeinschaft vor und erzählten, wie sich Sant’Egidio gegen Armut, Vorurteile und organisierte Kriminalität einsetzt. Einen großen Teil des Vortrags nahmen die persönlichen Erfahrungen ein, die die Referenten mit den Obdachlosen und Armen Roms gemacht haben.

„Als Kind habe ich nie gewagt, einen Armen anzusprechen, weil sie so anders waren“ – begann Carlo Santoro zu erzählen, der in Rom aufgewachsen ist und so schon früh den Armen und Obdachlosen der Stadt begegnete. „Wenn man jemanden anspricht, stellt man sich normalerweise vor. Genau das ist auch der erste Schritt, mit dem man auf einen Armen zugehen kann.“, so Santoro. Den Namen einer Person zu kennen, könne schon eine große Hilfe sein, um in einen tieferen Kontakt einzutreten. Obdachlose, die von den Passanten häufig nicht einmal beachtet würden, werde so bereits etwas Würde gegeben. „Diese Welt ist gar nicht so weit von uns entfernt, wie wir denken. Warum bin nicht ich dieser Arme, der da liegt?“ zitierte Santoro Papst Franziskus.

Zum Schluss blieben beide noch etwas, um Fragen der Studenten zu beantworten und Ratschläge zu geben, wie man in Rom bereits auf einfache Weise Armen und Obdachlosen helfen könne.