Aufnahme

Wie geschieht die Aufnahme?

Eine Aufnahme in das Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum ist nur möglich, wenn jemand als Seminarist einer Diözese von seinen Vorgesetzten beim Rektor des Kollegs angemeldet wird. Im Konkreten gilt für die Aufnahme:

  • Alle Seminaristen des Germanicum Hungaricum sind zunächst in das Seminar ihrer Heimatdiözese eingetreten.
  • Niemand, der Theologie studieren will, um Priester zu werden, kann sich direkt im Collegium Germanicum Hungaricum für diese Ausbildung bewerben oder anmelden.
  • Er soll in seiner Heimatdiözese um Aufnahme in das Priesterseminar bitten und muss vom seinem Heimatbischof als Priesteramtskandidat angenommen worden sein.
  • Es können nur Seminaristen aus jenen Ländern angenommen werden, deren Priesterausbildung – entsprechend den Gründungsdokumenten des 16. Jahrhunderts - durch das Kolleg unterstützt werden soll. Dies sind die Länder des mittleren und nördlichen Europa sowie einige Länder des mittel-ost-europäischen Raumes.
  • In der Regel studieren die Seminaristen zunächst zwei Jahre in ihrem Heimatseminar. In begründeten Ausnahmen kann jemand auch zu Beginn der philosophischen Semester ins Kolleg aufgenommen werden.
  • Der Bischof der Heimatdiözese bzw. sein Regens (Rektor des Seminars, Direktor des Konvikts) wählt die Kandidaten aus, die in Rom ihre weitere Ausbildung absolvieren sollen und meldet sie beim Rektor des Kollegs an.
  • Vor der Aufnahme findet ein persönliches Vorstellungsgespräch mit dem Rektor stattfinden.
  • Wer für eine Ausbildung im Germanicum-Hungaricum angemeldet wird, wird in Rom zunächst das theologische Grundstudium (primo ciclo di teologia) an der Päpstlichen Universität Gregoriana absolvieren, welches mit dem Bakkalaureat in Theologie abschließt. Nach einem Pastoraljahr in der Heimatdiözese kehrt er zurück, um noch eine Lizenz zu erwerben (secondo ciclo).
  • Theologen, die bereits zu Priestern geweiht sind und zu einem Aufbaustudium nach Rom gesandt werden (Lizenz oder Doktorat), können in der Regel nur in das Germanicum Hungaricum aufgenommen werden, wenn sie vorher auch das Grundstudium dort absolviert haben. Andere Studenten können sich für die Aufnahme in eines der zahlreichen Priesterkollegien in Rom dort bewerben.

 

Welches sind die Voraussetzungen für die Aufnahme?

Als grundsätzliche Voraussetzung gilt, dass der Seminarist den bisherigen Weg seiner Ausbildung zum Priester mit klarer Motivation und guten Resultaten in den Studien durchlaufen hat und selbst motiviert ist, seine Ausbildung in Rom fortzusetzen. Im Einzelnen gilt es folgendes zu beachten:

  • Der Seminarist sollte als Persönlichkeit soweit gefestigt sein, dass er den Wechsel in einen anderen Sprach- und Kulturraum bewältigen kann und dass er die Fremdheit und Einsamkeit durchstehen kann, die zunächst mit einem Abschied von der Familie, von Freunden und den bisherigen Bezugspersonen in seiner Diözese notwendigerweise verbunden sind.
  • Er sollte eine hinreichende Offenheit mitbringen, sich auf eine kulturelle Vielfalt innerhalb des Kollegs und der Universität einzulassen und gerade auch die Pluralität der kirchlichen Milieus und Kulturen mehr als Bereicherung denn als Bedrohung zu begreifen.
  • Er soll die Bereitschaft mitbringen, sich in der menschlich-geistlichen Formung von einem geistlichen Begleiter anleiten zu lassen und sich in den Jahren der Ausbildung im Kolleg auf den geistlichen Weg ignatianischer Prägung einzulassen.
  • Da er über das fünfjährige philosophisch-theologische Grundstudium hinaus noch ein mindestens zweijähriges Aufbaustudium in Rom absolvieren soll, soll er so gute akademische Qualifikationen mitbringen, dass die Wahrscheinlichkeit besteht, diesen Anforderungen des Studiums in einer Fremdsprache entsprechen zu können. Für Studenten mit Examensnoten im mittleren und unteren Bereich ist dies meistens eine Überforderung.
  • Wer seine Ausbildung im Collegium Germanicum et Hungaricum machen will, muss dafür Deutsch und Italienisch können, bzw. vorher lernen. [Beide Sprachen merh oder weniger gleichzeitig erst in dem Jahr lernen zu wollen, in dem das Studium in Rom beginnt, ist eine große Belastung.Von daher empfiehlt sich sehr, mit einer dieser Sprache schon früher zu beginnen!] Deutsch ist die kollegsinterne Sprache, und wer zum Studium in Rom anreist, sollte sich in dieser Sprache einigermaßen verständlich machen können. Das Leben in Italien und vor allem die Studien an der Universität Gregoriana erfordern gute Italienischkenntnisse. Dazu bietet das Kolleg in den Wochen vor Studienbeginn einen Intensivkurs an. Die Pontificia Università Gregoriana führt für alle neu eingeschriebenen Studenten jeweils im November einen Sprachtest in Italienisch durch, der die üblichen Sprachstandards für Universitäten abfragt. Wer diesen Test auch bei einer Wiederholung nicht besteht, kann sein Studium danach an der Gregoriana nicht fortsetzen.
  • Da das Ausbildungssystem im Germanicum-Hungaricum großen Wert auf die Selbstverantwortung in der Gestaltung des eigenen geistlichen Lebens und der Studien legt, wird von jedem Seminaristen erwartet, dass er bereit ist, diese Verantwortung für die Gestaltung der eigenen Ausbildung schrittweise zu übernehmen – auch wenn die bisherigen Jahre eher von einem stark regulierten Lebens- und Studiensystem geprägt waren.
  • Das Kolleg setzt sehr auf die prägende und formende Dynamik der Hausgemeinschaft. Deshalb wird von jedem die Bereitschaft erwartet, sich auf diese Gemeinschaft einzulassen, sie aktiv mitzugestalten und sie mit den eigenen Begabungen und Interessen im mitbrüderlichen, kulturellen und liturgischen Bereich zu unterstützen.