San Pastore

In der römischen Campagna liegt das traditionsreiche, zum Kolleg gehörige Landgut von San Pastore, welches den Germanikern eine ruhige Arbeitsatmosphäre sowie Gelegenheit zur Erholung bietet. Die Villa San Pastore befindet sich etwa 30 km von Rom entfernt auf dem Gebiet der Commune von Gallicano nel Lazio in der Nähe von Palestrina. Die Anfänge des Ortes in der Antike bezeugen Überreste von Bauwerken aus der frühen Kaiserzeit, die sich mit den Spuren späterer Besiedlung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit verbinden. Seine heutige Gestalt erhielt der Gebäudekomplex vor allem im 18. Jahrhundert unter den Dominikanern, als im Zuge einer spätbarocken Erweiterung auch die jetzige, dem Hl. Pastor geweihte Kirche errichtet wurde.

Seit dem Jahr 1845 befindet sich das Gut von San Pastore im Besitz des Collegium Germanicum et Hungaricum. Es wurde in den folgenden Jahrzehnten immer wieder für die Bedürfnisse des Kollegs erweitert, so daß es seit dieser Zeit eine größere Anzahl von Gästen beherbergen kann.

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Gegenwärtig wird San Pastore von der Kollegsgemeinschaft während des Studienjahres an den vorlesungsfreien Tagen sowie in den Ferien genutzt; im Sommer kehren viele ehemalige Studenten an diesen ihnen liebgewordenen Ort zurück, um hier ihren Urlaub zu verbringen. Das Landgut bietet mit seinem weitläufigen Gelände günstige Rahmenbedingungen für Ruhe und Erholung, es beherbergt neben den Grünanlagen auch einige Sportstätten. In den alten Stallgebäuden befindet sich eine Gärtnerei; die Felder werden durch die Kultivierung von Ölbäumen und den Getreideanbau landwirtschaftlich genutzt. In ihrer jetzigen Gestalt zeichnet sich die Villa durch das spätbarocke Haupttreppenhaus mit den dahinterliegenden Repräsentationsräumen, vor allem aber durch die um 1759 errichtete Kirche aus.

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Diese weist die Gestalt eines Zentralbaus mit vier Kreuzarmen auf, die vom Kuppelbereich ausgehen. Die Stuckdekoration enthält verschiedene Hinweise auf den Dominikanerorden, ebenso der Hauptaltar und der rechte Seitenaltar, während der linke Seitenaltar die Reliquien des Ortsheiligen Pastor enthält, der dem ersten Jahrhundert zugeordnet wird. An Sonn- und Feiertagen versammelt sich in dieser Kirche eine kleine Gemeinde zum Gottesdienst. Das große, im 19. Jahrhundert errichtete Sommerrefektor beherbergt zwei Werke des zeitgenössischen Künstlers Sieger Köder: eine Mariendarstellung und das bekannte "Mahl der Sünder".