Wir haben den diesjährigen „alten“ Weihetag mit einer Heiligen Messe vor allem am Altar des Herrn gefeiert. Jochen Kosmann FM ermutigte uns in seiner Predigt. Die Feier wurde dann mit einem Aperitif und einem leckeren Mittagessen fortgesetzt.

In seiner Rede erklärte uns Pater Rektor die Geschichte dieses feierlichen Tages:

„Bis 1947 fanden die Priesterweihen des Kollegs am Christkönigsfest (damals dem letzten Sonntag im Oktober) statt, kurz vor Beginn des Wintersemesters an der PUG (damals am 1. November). Mit der 1948 erstmals durchgeführten Verlegung des Weihetermin auf den 10.10. reagierte das Kolleg auf die Vorverlegung des Semesterbeginns der PUG auf Mitte Oktober. Am 10.10. war das Fest des Sel. Franz Borgia SJ und die Primizen konnten am 11.10., dem im Jahre 1931 — also 1500 Jahre nach dem Konzil von Ephesus eingeführten — Fest der Mutterschaft Mariens, gefeiert werden. Eine gute Lösung für alle Beteiligten – damals!

Noch zweimal ist im Laufe der Jahre der Semesterbeginn der PUG verschoben worden, zunächst, wenn auch nicht konsequent, auf die zweite Woche des Oktobers und im Jahre 2014, nach einer internen Übereinkunft sämtlicher päpstlichen Universitäten in Rom, auf den ersten Montag nach dem 1. Oktober.

Das CGU hat diese Veränderungen der letzten Jahre, bzw. Jahrzehnte zwar bedauernd zur Kenntnis genommen, aber unbeirrt am Weihedatum von 1948, dem 10.10., festgehalten. Die Folge war das oben beschriebene skandalon.“

 

Ein Text von Marco Schrage FM ist zu diesem Anlass auf unserer Facebook-Seite erschienen. Ich denke, es lohnt sich, ihn vollständig zu präsentieren:

„In einem Bild ausgedrückt denke ich, dass Christen und Priester — auf ähnliche Weise — in geistlicher Hinsicht im heutigen Mitteleuropa wie Beduinen sind: Die Wüste, in der wir leben, ist hart aber reizvoll und hat ihre eigene Schönheit. Freilich ist das Leben in ihr anspruchsvoller und anstrengender, als es ein Leben inmitten von Wiesen und Wäldern wäre. Zwei Dinge sind in diesem unseren Umfeld komplementär: Die Weiten stets aufs neue zu durchstreifen und auch immer wieder Oasen aufzusuchen. Beides ist auf gegenseitige Durchdringung angewiesen, denn das Erste führt ohne das Zweite zum Tod, das Zweite ohne das Erste zur Isolation. Zum Jahrestag der eigenen Weihe zu Exerzitien an den Ort der eigenen Ausbildung und Weihe zu reisen und sie mit einer Feier mit der jetzigen dortigen Gemeinschaft zu beschließen, das ist für mich eine solche Oase.“

Wir wünschen allen Fratres Maiores, die an diesem Tag geweiht wurden, alles Gute, viel Kraft und Gottes Segen in ihrem Dienst!