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Neben der Weiheliturgie in Sant’Ignazio gehört das Triduum paschale zu den liturgischen Höhepunkten im Studienjahr. Die Heilige Woche begann am Vorabend mit den Puncta, die in diesem Jahr Mons. Antonio Nitrola, Professor an der Gregoriana, hielt.

Nach der Messe vom letzten Abendmahl unter Leitung von Rektor P. Stephan Dartmann SJ und der Karfreitagsliturgie, welcher unser Präfekt György Kovács vorstand, durften wir auch in diesem Jahr wieder mit einigen deutschen Pilgergruppen die Osternacht in Sant’Ignazio feiern. Dem Regen trotzend begannen wir den feierlichen Gottesdienst mit der Segnung des Osterfeuers auf den Stufen der Kirche und zogen dann, der Osterkerze folgend, in die dunkle Kirche ein. Im Wortgottesdienst gedachten wir der großen Heilstaten Gottes. Zum Gloria tönte feierlich die Orgel und das Entzünden des vollen Lichtes bereitete uns vor, die Botschaft der Auferstehung zu hören. Nach der Predigt des Hauptzelebranten Georg Taubitz (Hamburg) wurde das Taufwasser gesegnet und wir erneuerten gemeinsam unsere Taufversprechen. So bereitet durften wir schließlich gemeinsam Eucharistie feiern. Zum Auszug erschallte aus vollem Hals der Jubelgesang: Jesus lebt! Halleluja, Jesus lebt!

Schließlich sang unser Chor wie in jedem Jahr auf dem Petersplatz einige Osterlieder und feierte dann mit dem Heiligen Vater das Osterhochamt.

 

13. April 2017, Gründonnerstag

Am Gründonnerstag um 18 Uhr feierten wir die Messe vom letzten Abendmahl in Sant՚Ignazio. Der Hauptzelebrant war P. Dartmann, der in der Predigt über die Eucharistie sprach: das Brot und der Wein verändern sich unter den Händen Jesu, aber sie werden gar nicht weniger, sondern sie werden mehr. Nach der Predigt wusch er die Füße von sieben Neugermanikern, mit Hilfe der Diakone Kolë Dedaj und Michael Opara.

Von Sant՚Ignazio zurückkehrend verspeisten wir das Abendessen ab 20 Uhr und danach fing die Stille im Haus und die, die ganze Nacht dauernde Anbetung in der Kapelle im 5. Stock an. Die fleißigen Spiritualitätsgruppen nutzten diesen Abend aus, um verschiedene Kirchen in ganz Rom zu besuchen und den Meister in den Garten Getsemani und danach ins Gefängnis nachzufolgen.

 

14. April 2017, Karfreitag

Die Anbetung endete um 7.30 Uhr, wonach wir um 8 Uhr die Karmetten und am Nachmittag um 15 Uhr das Leiden und Sterben Christi feierten. Die Liturgie leitete Christoph Butschak. Was speziell die Liturgie betrifft, wurde an diesem Tag eine Neuheit eingeführt und zwar wurde bei der Zeremonie der Kreuzerhöhung und Kreuzandacht ein  Kreuz ohne Korpus genutzt – was die Botschaft des heute gefeierten Mysteriums besser ausdrücken sollte.

Am Abend gab es die Möglichkeit den Kreuzweg mit dem Heiligen Vater zusammen am Kolosseum zu beten, aber an verschiedenen Punkten des Hauses fanden mehrere Kreuzwege – am Vormittag und Nachmittag – statt.

 

15. April 2017, Karsamstag

Der Karsamstag, entsprechend der Natur dieses Tages, war ereignislos. Um 8 Uhr beteten wir zusammen die Karmetten unter der Leitung von P. Heck. Natürlich nahmen wir auch die Mahlzeiten in stiller Sammlung ein.

 

Unter den zahlreichen Gläubigen begann die Liturgie der Osternacht auf der Piazza di Sant՚Ignazio mit der Segnung des Feuers. Der gemeinsamen Feier stand Präfekt Jonas Klur vor, der in der Festhomilie die Wirkung des Heiligen Geistes durch die Beispiele vier bekannter Persönlichkeiten vorstellte.

Zwischen 11.30 und 12 Uhr begann das traditionelle ientaculum gaudiosum im Gregoriussaal, das dann zwar nicht bis zur Pasquetta, aber bis zum Erscheinen der ersten Sonnenstrahlen des achten Tages dauerte.

 

16. April 2017, Ostersonntag

Am Ostersonntag sang der Kollegschor vor der Papstmesse auf dem Petersplatz einige Osterlieder. Wir stellten Hits wie Wir wollen alle fröhlich sein, Gelobt sei Gott im höchsten Thron, und Freu dich, du Himmelskönigin vor. Die alten Favoriten.

Den römischen Regen und dann die pralle Sonne überlebend, warteten auf uns zu Hause schon die blauen Tischdecken und die großartigen Vorspeisen. Nach dem Verspeisen des Festpranzo begannen die Osterferien.

Unter Gestaltung des Ökumenekreises nahm die Kollegsgemeinschaft am Abend des Dienstages der Karwoche um 20.30 Uhr im 8. Stock an einem Kreuzweg teil. Der Ökumenechor Melantomanicum Cantans sang den sogenannten Münchener Kreuzweg, unter der Leitung von Szigmond Attila.

Ulrich Rhode SJ, Professor der Fakultät für Kirchenrecht der PUG war dieses Jahr der Gastvortragende für die Punctae zur Karwoche und zum Triduum Pasquale. Wie am Vorabend des Palmsonntags, so auch am Vorabend des Triduum Pasquale, vor der anschließenden Anbetung und Stille, stellte er in den Mittelpunkt seiner Gedanken das Kreuz selbst. Der Ausganspunkt der zwei Meditationen war die aus der Genesis genommene Feststellung: wenn es uns schlecht geht, kommt es daher, dass wir schuldig sind… Zuerst schlug er vor, über unsere eigenen schweren Kreuze, die wir tragen und an denen wir leiden, nachzudenken. Danach folgte ein anderer Aspekt: Das Leiden Anderer und der Schmerz, den wir selbst verursachten, z.B. den Eltern, Geschwistern, Mitschülern. Beiden Anlässen fügte er drei Fragen bei: Wie sehe ich diese Kreuze in meiner Vergangenheit? Was ist mein heutiges Kreuz? Was erwarte ich noch in der Zukunft?